Mietkaution in der Schweiz: Sperrkonto oder Bürgschaft?

Bestätigung eines Mietkautionskontos und Garantiezertifikat nebeneinander

Auf einen Blick

  • Gesetzliche Grenze: 3 Monatsmieten (Art. 257e)
  • Sperrkonto = insgesamt günstigste Option
  • Bürgschaftsprämien werden nie zurückerstattet
  • Provisorische Bescheinigung kann Bewerbungen stärken
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Wer einen Schweizer Mietvertrag unterschreibt, muss eine Kaution stellen — meist der mit Abstand grösste Liquiditätsbedarf des ganzen Umzugs. Es gibt zwei Wege, sie abzudecken: das Geld auf ein Sperrkonto legen, oder einer Versicherung eine Jahresprämie zahlen, die für Sie bürgt.

Eine der beiden Optionen ist günstiger, die andere lässt Ihr Bargeld frei verfügbar. Dieser Leitfaden liefert den rechtlichen Rahmen, einen ehrlichen Vergleich und die Fälle, in denen jede Option tatsächlich sinnvoll ist.

Die Regeln zuerst

Das schweizerische Mietrecht zieht klare Grenzen rund um Wohnraumkautionen (Art. 257e des Obligationenrechts):

  • Die Grenze liegt bei drei Monatsmieten. Mehr darf ein Vermieter als Sicherheit für eine Wohnraummiete nicht verlangen.
  • Das Geld bleibt Ihr Eigentum. Eine Bargeldkaution muss auf ein Konto auf den Namen des Mieters einbezahlt werden — ein eigenes Mietkautionskonto. Der Vermieter hält Ihre Kaution nie persönlich.
  • Die Freigabe braucht beide Seiten. Am Ende des Mietverhältnisses gibt die Bank die Kaution mit Zustimmung des Vermieters frei, nachdem berechtigte Forderungen (Schäden, unbezahlte Nebenkosten) beglichen sind.

Alles, was von diesem Muster abweicht — «Kaution auf mein Privatkonto überweisen», «Zahlung vor Vertragsunterzeichnung», Zahlung auf ein Konto im Ausland — entspricht nicht der Schweizer Praxis und gehört in den Betrugsleitfaden.

Die zwei Optionen, ehrlich verglichen

Der rechtliche Rahmen: Bei Wohnraummiete darf die Sicherheit höchstens drei Monatsmieten betragen; eine Barkaution muss auf einem Bankkonto auf den Namen der Mietpartei hinterlegt werden (Obligationenrecht, Art. 257e). Art. 257e CO

OptionKostenAnbieter
Mietkautionskonto bei einer Bank Insgesamt am günstigstenKeine Versicherungsprämie — das Geld bleibt Ihnen und kann minimal verzinst werden, ist aber bis zum Mietende und zur Freigabe durch die Vermieterschaft gesperrt Fragen Sie eine Schweizer Bank nach einem „Mietkautionskonto“
SwissCaution VersicherungJahresprämie über Online-Rechner (kein Pauschaltarif veröffentlicht); 10% Rabatt unter 26 Jahren und 10% Treuerabatt ab dem 2. Jahr; 24/7 HomeAssistance inklusive Marktspanne für Mietkautionsversicherungen meist rund 4-6% der Kaution pro Jahr — genaue Prämie im Rechner prüfen SwissCaution
Firstcaution VersicherungAb CHF 8/Monat, monatlich oder jährlich pro rata zahlbar; FINMA-bewilligter Schweizer Versicherer Provisorische Bescheinigung für WohnungsbewerbungenFirstcaution
goCaution VersicherungAb CHF 94.50 pro Jahr inklusive Stempelabgabe (abhängig von der Kaution, max. CHF 30’000); gebundener Vermittler von ProTect Insurance goCaution
Zuletzt geprüft:

Der strukturelle Unterschied: Beim Sperrkonto ist Ihr Geld zwar gesperrt, bleibt aber Ihr Vermögen und kommt am Ende zurück. Bei der Mietkautionsversicherung behalten Sie das Bargeld, aber die Prämie ist ein echter Kostenpunkt — jährlich bezahlt, nie zurückerstattet, und greift der Vermieter je auf die Bürgschaft zu, fordert die Versicherung diesen Betrag von Ihnen zurück. Eine Bürgschaft ist aufgeschobene Liquidität, keine Versicherung gegen die Schuld selbst.

So funktioniert das Sperrkonto, Schritt für Schritt

  1. Nach Vertragsunterzeichnung nennt der Vermieter oder die Verwaltung die Höhe der Kaution (ein bis drei Monatsmieten).
  2. Mietkautionskonto eröffnen bei einer Schweizer Bank — die meisten Banken eröffnen es zügig, sobald ein Mietvertrag vorliegt; fragen Sie nach einem «Mietkautionskonto». Es wird auf Ihren Namen eröffnet, gebunden an den Mietvertrag.
  3. Kaution überweisen und die Bankbestätigung dem Vermieter aushändigen. Diese Bestätigung ist es, was er tatsächlich braucht — nicht Ihr Bargeld in seinen Händen.
  4. Beim Auszug, nachdem das Übergabeprotokoll geregelt ist, unterschreiben beide Seiten die Freigabe, und die Bank zahlt Ihnen das Geld (plus den geringen aufgelaufenen Zins) zurück.

Gesamtkosten über die ganze Mietdauer: praktisch null. Deshalb ist das Sperrkonto die Standardempfehlung, wann immer das Bargeld verfügbar ist.

Wann eine Bürgschaft tatsächlich sinnvoll ist

Wenn das Einfrieren von bis zu drei Monatsmieten echte Härte bedeutet — Sie sind gerade umgezogen, überbrücken überlappende Mieten in den teuersten Märkten wie Zürich, Genf und Zug, oder das Geld muss Möbel und Überraschungen decken —, hält eine Bürgschaft dieses Geld gegen eine Jahresprämie frei. Manche Anbieter stellen zudem eine provisorische Bescheinigung aus, die Sie der Bewerbung beilegen können (Firstcaution bietet das an) — sie signalisiert, dass die Kautionsfrage vor der Unterschrift gelöst ist.

Der Haken ist der Preis: Die Prämie wird jedes Jahr fällig und nie zurückerstattet, über eine mehrjährige Mietdauer summiert sie sich zu einem beachtlichen Anteil der Kaution — Geld, das ein Sperrkonto zurückgegeben hätte. Sinnvolle Mischlösung: mit einer Bürgschaft beginnen, wenn das Geld knapp ist, später auf ein Sperrkonto wechseln und keine Prämien mehr zahlen.

Das ganze Bild — was sie wirklich kostet, die Anbieter im Vergleich und der «Zero Deposit»-Haken — steht im Leitfaden zur Mietkautionsversicherung; Ihre eigenen Zahlen liefert der Mietkautionsrechner.

Die Entscheidung in einem Satz

Bargeld vorhanden und keine konkurrierenden Notfälle → Sperrkonto, ohne Wenn und Aber — es ist die günstigste Option und wirkt in Ihrem Dossier finanziell solide. Geld wirklich knapp, oder Sie brauchen eine provisorische Bescheinigung, um Bewerbungen zu stärken → jetzt Bürgschaft, später Sperrkonto. Was immer Sie wählen, entscheiden Sie vor der Bewerbung: «Kautionsplan: bereit» ist einer der Punkte, die der Dossier-Check bewertet, denn Verwaltungen achten auf Bewerber, die ohne Verzögerung unterschreiben können.

Häufige Fragen

Wie hoch darf die Kaution maximal sein, die ein Vermieter verlangt?

Bei Wohnraummiete höchstens drei Monatsmieten (Art. 257e OR). Das Geld muss auf ein Sperrkonto auf Ihren Namen einbezahlt werden — niemals auf das Privatkonto des Vermieters.

Ist eine Mietkautionsversicherung günstiger als ein Sperrkonto?

Nein — über die Jahre summieren sich die Versicherungsprämien und werden nie zurückerstattet. Die Bürgschaft verschafft Liquidität beim Einzug, nicht Ersparnisse. Wenn Sie das Bargeld erübrigen können, ist das Sperrkonto die günstigere Option.

Kann eine Bürgschaft meiner Bewerbung helfen?

Manche Anbieter stellen eine provisorische Bescheinigung aus, die Sie Bewerbungen beilegen können und die zeigt, dass die Kaution abgedeckt ist. Firstcaution bietet das ausdrücklich an.

Quellen & rechtlicher Hinweis

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